Die Welt hat Graustufen - und das lassen wir uns nicht nehmen

Paris, Dresden, Nizza, Kabul, Wien – der Terror ist wieder da. War er denn je weg? Auch wenn der sogenannte «Islamische Staat» in seiner Form nicht mehr existiert, sein Gedankengut ist dennoch weit verbreitet. Dies nicht zuletzt durch den Hass, der sich online wie offline verbreitet.

Die Terrorserie der letzten Wochen ist ein Anschlag auf uns alle: auf alle Menschen, die frei und friedlich, in all ihrer Unterschiedlichkeit miteinander leben. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Sich beim Morden auf Gott zu berufen ist die schlimmste Form des Missbrauchs von Religion. Gott bedeutet Barmherzigkeit und der Glaube an ihn steht für Demut, Empathie und Liebe.

Fundamentalistische Gewalttäter versuchen Hass zu schüren und unsere Gesellschaften zu spalten. Sie versuchen durch islamistische Anschläge im Westen eine Atmosphäre der Angst und des Hasses zu schaffen, Hass auf Musliminnen und Muslime. Sie verfolgen damit genau ein Ziel: Eine Polarisierung der Gesellschaft und «das Verschwinden von Graustufen» in unserer Welt und in unserem Denken, in denen wir erkennen, dass die Welt mehr ist als nur «schwarz» und «weiß», sondern vielschichtig und vielfältig. Sie meinen, dass sich dadurch die Ausgegrenzten und Marginalisierten einfacher rekrutieren und für die eigene kranke Ideologie gewinnen lassen.

Aber es wird ihnen nicht gelingen. Wir stehen weiterhin für Toleranz, Freiheit und Achtung zwischen den Religionen und Weltanschauungen ein und lassen es nicht zu, dass unsere Welt auf ein «schwarz» und «weiß» reduziert wird.

Zürich 03. November 2020

Das Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog