Stellungnahmen

Burka-Debatte. Symptom einer dialogarmen Gesellschaft

Kommentar und Stellungnahme des Zürcher Instituts für interreligiösen Dialog zur aktuellen Burka-Debatte und zur Forderung nach einem Burka-Verbot in der Schweiz

Als absolutes Randphänomen stellt Burka weder ein sicherheitsrelevantes Risiko dar noch bedroht sie unser Wertesystem. In der aktuellen Mobilisierung für ein Burka-Verbot handelt es sich nicht – wie vielfach behauptet – um eine notwendige Reaktion auf ein ernst zu nehmendes Problem. Der politische und finanzielle Aufwand für das Verbot eines in der Schweiz kaum existenten Phänomens ist vielmehr das Symptom eines tatsächlich existierenden gesamtgesellschaftliches Problems – die dem politischen Opportunismus, der Willkür und reiner Symbolpolitik geschuldete Verweigerung eines aufrichtigen Dialogs über die anstehenden Fragen nach dem zukünftigen Leben in Vielfalt und Differenz.

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18. November 2015

Genug ist genug - Basta
Stellungnahme zu den jüngsten Terroranschlägen

Massloses Entsetzen über die mit nichts zu rechtfertigenden von Terroristen angerichteten Massaker in Paris. Trauer, Betroffenheit und Wut. Unverständnis und nicht glauben können, dass es Menschen sind, die solche Taten ausführen. Was sind das für Allmachtsphantasien, die hier real ausgelebt werden – im Unterschied zu Videospielen, wo dies nur virtuell geschieht. Kaltblütig in eine wehrlose und nicht darauf vorbereitete Menschenmenge schiessen, und sich dann am Ende selbst ins „Paradies katapultieren“. Das ist Sinnlosigkeit pur. Reinster Nihilismus. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen von Terror Opfern – nicht nur jenen der Terroranschläge von Paris. Letztes Jahr waren es über 33‘000. Das sind mehr als genug, jedes einzelne ist zu viel.

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Neue Zürcher Zeitung - 29. August 2015

Huonders misslungene Entschuldigung
Katholische Kirche und Homosexualität

Bischof Huonder hat bei seinem Versuch, seine Aussagen zur Homosexualität zu erklären, antijudaistische Auslegungsmuster bemüht.

Gastkommentar von Hanspeter Ernst : Vitus Huonder sei Dank: So oft wurde in den Medien wohl noch nie ein Vers aus dem Buche Levitikus im Wortlaut zitiert wie in jüngster Zeit:

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Neue Zürcher Zeitung - 24. Juni 2010

Fordernder Partner im interreligiösen Dialog
Leserbrief

Beat Stauffer widmet sich Farhad Afshar, einer der «bekanntesten muslimischen Stimmen in der Schweiz», mit Hang zu «eigenartigen Meinungen», der «in der Schweiz allerdings allein auf weiter Flur steht» (NZZ 17.6.10). Da der Dialog mit den Muslimen gute Partner benötigt, muss vor ihm offenbar gewarnt werden. – All das aber ändert nichts daran, dass Farhad Afshar ein gewichtiges Wort im Dialog mitzureden hat. Er ist ein gebildeter, intelligenter und selbstbewusster schiitischer Muslim, der seine Dialogpartner und -partnerinnen durchaus zu fordern versteht. Er kennt sich in verschiedenen Traditionen und Kulturen aus. Offenbar ist es das, was stört. Nur zu gern konstruiert man sich ja ein Gegenüber, damit es den eigenen Vorstellungen entspricht.
In dieses Klischee passt Afshar nicht. Er hat Ecken und Kanten. Doch dienen diese der Sache mehr als ein Artikel, der pauschal ist und zu viele persönliche Animositäten verrät.
Hanspeter Ernst, Zürich
Geschäftsleiter Zürcher Lehrhaus – Judentum, Christentum. Islam

Frankfurter Rundschau - 8. Dezember 2009

"Diktatur des Bauchgefühls"

Islamwissenschaftlerin Rifa ́at Lenzin macht sich nach dem Minarettverbot Sorgen, ob sie als Muslimin in der Schweiz nicht mehr leben kann. Im FR-Interview spricht sie über Zwangsheiraten und Burkas.

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