Papsttreu oder Staatstreu?

Die Katholische Kirche in Osteuropa im Widerspruch?

«Von außerhalb oder für Menschen, die nicht Ungarisch sprechen, stellt sich die Angelegenheit ziemlich einfach dar: Die Hierarchie der katholischen Kirche hat ein Abkommen mit der Regierung geschlossen – die Regierung zahlt und die Kirche schweigt. Da die Orbán-Regierung sich zum Ziel gesetzt hat, Ungarn und Europa vor den „muslimischen, terroristischen Attacken“ zu verteidigen, kann die Kirche daher auch nicht für die Flüchtlinge sprechen. Dieses Bild ist aber schlimmer als falsch, es ist vereinfacht.» Das sagte in einem Interview der renommierte ungarische Religionswissenschaftler, Prof. András Máté -Tóth.

Zwei Tage nach den Wahlen in Ungarn, am 10. April 2018, referiert Máté-Tóth am ZIID Zürcher Institut für interreligiösen Dialog über die Rolle der Kirche in Ungarn und in Osteuropa: Mit ihrer Haltung zur Flüchtlingsproblematik steht zumindest ein Teil der katholischen Kirche Osteuropas auf einer Linie mit der nationalkonservativen Ausrichtung der aktuellen Politik in Polen, Ungarn und Tschechien.

Worin liegen die Gründe für das enge Verhältnis von katholischer Kirche, Nation und staatlicher Macht in Osteuropa? Und wodurch ist die Abwehrhaltung der Kirche gegen Migration und gegen das Fremde motiviert?

Prof. András Máté -Tóth lehrt an der Universität Szeged in Ungarn und zählt durch seine Forschung europaweit als ausgewiesener Experte in religionspolitischen Fragen in Ost- und Mitteleuropa.

Input Referat mit anschliessender Diskussion mit Prof. András Máté -Tóth, Dienstag, 10 April 2018, 18.30 Uhr, Zürcher Institut für interreligiösen Dialog, Pfingstweidstrasse 16 (Kulturpark), 4. Stock

Eine Veranstaltung vom ZIID Zürcher Institut für interreligiösen Dialog und G2W, Glaube 2. Welt

Eintritt frei, Kollekte