Keine Fastnacht im Islam

In der islamischen Tradition gibt es Fastnacht oder Karneval nicht. Warum? Die Fastnacht hat einen direkten Bezug zum katholischen Christentum. Sie markiert den Beginn der Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest.

Die Fastenzeit gibt es im Islam zwar auch – den Fastenmonat Ramadan. Dieser aber ist eine der Säulen des Islam und eine Verpflichtung für jede Gläubige und jeden Gläubigen. Ausschweifungen, wie sie mit dem Narrentreiben während der Fastnacht einhergehen und in diesem eng umrissenen zeitlichen Rahmen im christlichen Europa toleriert wurden, lehnt der Islam generell ab.

Ein anderes Element der Fastnacht ist das zeitlich begrenzte Aufbrechen und Überschreiten von sozialen und religiösen Hierarchien. Dieses Gleichheitsideal – als Ausnahme von der Regel – spielte schon in Mesopotamien vor einigen tausend Jahren bei den Vorläufern der heutigen Fastnacht eine wichtige Rolle. Da der Islam religiös gesehen ausgesprochen egalitär ist, bietet sich aber auch hier kein Ansatzpunkt. Anders wäre das natürlich in Bezug auf soziale Hierarchien. Denn auch wenn der Islam keine Fasnacht kennt, heisst es nicht, dass es bei den Muslimen keine Narren gibt.