Eidgenössicher Dank-, Buss- und Bettag

Auch 2018 werden sich am Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag (nachfolgend einfachheitshalber Bettag genannt) nicht wenige fragen, ob solch ein staatlich verordneter Tag überhaupt noch Platz in einer säkularen Gesellschaft habe.

Für die Einen gehört es nicht zur Aufgabe eines Staates, der sich als säkular definiert, einen christlichen Feiertag zu verordnen. Für die Anderen wiederum steht ein solcher Feiertag im Widerspruch zum tiefgreifenden Wandel in unserer Gesellschaft, die einerseits schon längst nicht mehr eine rein christliche ist und sich andererseits von ihrem christlichen Traditionsgut kontinuierlich löst.

Vor dem Hintergrund solcher und ähnlicher alljährlich wiederkehrenden kritischen Äusserungen zum Bettag ist es dennoch aufschlussreich, einen kurzen Blick auf die Entstehungsgeschichte dieses Feiertages zu werfen.

Die Entwicklung des Bettages zum gesamtschweizerischen Feiertag war ein Prozess, der entweder durch äussere Bedrohungen (z.B. der Dreissigjährige Krieg) oder durch konfessionspolitische Zerwürfnisse vorangetrieben wurde. Als Dank, dass das Land von den Verwüstungen des Dreissigjährigen Krieges verschont blieb, beschlossen 1639 die reformierten Orte, künftig einen alljährlichen Bettag durchzuführen.

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