Kirchen in Bewegung

Judith Albisser, Arnd Bünker (Hrsg.)
Kirchen in Bewegung. Christliche Migrationsgemeinden in der Schweiz, Edition SPI 2016

Beitrag von Samuel M. Behloul (S. 229-235)

Wie halten wir es mit der Katholizität? Einige Überlegungen zum Verhältnis von anderssprachigen katholischen Gemeinschaften und der Ortskirche in der Schweiz

Die Religionszugehörigkeit von Migrantinnen und Migranten ist in den letzten Jahren verstärkt in die Aufmerksamkeit sowohl gesellschaftspolitischer Diskurse als auch akademischer Forschung gerückt. Mit der Verstärkung dieses breiten Interesses geht auch die Frage nach der Bedeutung von Religion für Migrantinnen und Migranten einerseits und nach den Auswirkungen der migrationsbedingten dauerhaften Etablierung verschiedener religiöser Traditionen in den westeuropäischen Gesellschaften auf das kulturelle und religiöse Selbstverständnis dieser Gesellschaften andererseits einher. Dass sich die religiöse Landschaft westeuropäischer Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten nachhaltig verändert hat und einen Prozess tiefgreifender Diversifizierung durchläuft, ist statistisch erwiesen. Mit Blick auf die Schweiz zeigt sich dabei, dass Migration hier nicht nur zu einer bleibenden Präsenz von nichtchristlichen Religionstraditionen geführt hat, sondern auch eine kulturelle Diversifizierung innerhalb der etablierten Kirchen zur Folge hat.

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