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Tagung
6.12.16: Menschenrechte im Zeitalter der Globalisierung: Ethische, rechtliche und transnationale Aspekte ihrer Rezeption in den Religionen (37)

Leitung Hans Joas, Samuel M. Behloul, Michel Bollag, Rifa‘at Lenzin

Datum Dienstag, 6. Dezember

Zeit 9.30 - 17.00 Uhr

Ort Kulturpark, Pfingstweidstrasse 16, Mehrzwecksaal

Kosten CHF 170.-

Anmeldeschluss 18. November

Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit dem Kulturpark durchgeführt.

Die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte wurde lange als unbestrittene Errungenschaft betrachtet. Heute soll in der Schweiz darüber abgestimmt werden, ob das Land aus der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten soll. Gegner der Menschenrechte meinen, in einem Land wie der Schweiz – vor deren staatlichen Gesetzen und deren kulturellem und religiös geprägtem Hintergrund – seien diese nicht nötig, Befürworter machen auf die Schutzfunktion gerade vor dem Staat aufmerksam sowie auf die Verhandelbarkeit der Gesetze, etwa über Volksabstimmungen. Dieses Tagesseminar bietet eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Menschenrechten, gerade hinsichtlich ihrer Rezeption in den Religionen.

Fokuspunkt: Menschenrechte

Verteidiger und Gegner der Menschenrechte argumentieren häufig, dass diese nur aus einem bestimmten kulturellen Hintergrund – dem des «Westens»– heraus verständlich seien. Diese Auffassung stösst auf ihre Grenzen schon, wenn die Entstehungsgeschichte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 ernst genommen wird.

Genauso gibt es in nicht-westlichen religiösen Traditionen ein Ethos, an das die Menschenrechte anknüpfen können. Doch wenn die Menschenrechte nicht «nur westlich» sind, wie steht es dann mit ihrer Bedeutung im Westen überhaupt?

Der Vortrag von Prof. Dr. Hans Joas zeigt anhand der Rechtfertigung und der Kritik von Sklaverei und Folter im Westen, wie fragil der Fortschritt in Richtung einer Sakralisierung der Person ist, und warnt vor jedem kulturellen Triumphalismus im Westen, der sich auf die erreichten Fortschritte beruft.

Im Anschluss werden die Fachleiter und die Fachleiterin des ZIID in ihren Co-Referaten das Augenmerk darauf richten, wie eine Humanisierung des Rechtes innerhalb der eigenen Tradition bis in die Moderne funktioniert hat und wie sich verschiedene Gruppen innerhalb der drei monotheistischen Religionen heute zur Universalität der Menschenrechte positionieren. Das Gespräch zwischen den Referenten und dem Publikum rundet die Tagung ab.