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Kurs / Vortrag
Feiglinge – Verfolger – Vorbilder (07)

Leitung Annette Böckler

Datum Dienstag, 4. Juni 2019

Zeit 19.30 – 21.00 Uhr

Ort Uni Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71, 8006 Zürich

Kosten CHF 35.-

(Anmeldung bis 24. Mai)

Der Vortrag wird in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Zürich durchgeführt und ergänzt durch die Kursreihe "«Alla Turca»: Islam zwischen Verklärung und Dämonisierung. Eine Zeitreise durch europäische Islambilder" (7.-21. Mai) und den Vortrag "«N» - Das Christentum im Islam. Die Bilder vom Christentum im Islam" (28. Mai).

«Schön ist's, wenn Schwestern und Brüder friedlich beisammen wohnen» – schön wär's. Wie oft kommt es spätestens über Erbstreitigkeiten zum Bruch unter Geschwistern. Judentum und Christentum sind Geschwister-Religionen, die in der gleichen Zeit unter ähnlichen Umständen aufgrund ähnlicher Probleme und vergleichbarer Herausforderungen entstanden sind. Die verschiedenen Erfahrungen miteinander schufen im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Bilder vom Christentum im Judentum. Dieser Vortrag vermittelt Ihnen einen kleinen, aber typischen Ausschnitt.

Fokuspunkt: Religion - Migration - Zeitfragen

Das Bild vom Christentum im Judentum

«Schön ist's, wenn Schwestern und Brüder friedlich beisammen wohnen» – schön wär's. Wie oft kommt es spätestens über Erbstreitigkeiten zum Bruch unter Geschwistern. Judentum und Christentum sind Geschwister-Religionen, die in der gleichen Zeit unter ähnlichen Umständen aufgrund ähnlicher Probleme und vergleichbarer Herausforderungen in der Zeit zwischen den römischen Kaisern Vespasian (gest. 79) und Hadrian (gest. 138) entstanden sind. Vor allem die Debatte um die Beschneidung als Bundeszeichen führte zum Bruch. Juden warfen Anhänger des Lehrers Paulus aus den Synagogen und Paulusschüler provozierten die Anhänger anderer Lehrer. Die Römer gaben den einen staatliche Macht und duldeten die anderen. Eine lange Geschichte von Machtmissbrauch prägt das Bild vom Christentum im Judentum.

Im 19. Jh. ändert sich das Bild. Die Aussicht, gleichberechtigte Bürger zu werden, schuf eine angstfreie Neugier auf die christliche Umgebung und es werden sogar christliche Bräuche, Melodien und Traditionen ins Judentum integriert. Vieles davon ist heute in Vergessenheit geraten, denn im 20. Jh. folgte der Schock, von dem sich das Judentum bis heute nicht erholt hat.

Der Verzicht auf Mission und der Wunsch nach Dialog im Christentum seit den 60ger Jahren wurde vor allem von amerikanischen, englischen, israelischen und schweizerischen jüdischen Gelehrten aufgegriffen, die durch die Begegnung ein ganz neues Bild vom Christentum erhielten. 2015 kommt es zur Erklärung orthodoxer Rabbiner – darunter vieler Schweizer – zum Christentum: Hin zu einer Partnerschaft zwischen Juden und Christen. Die verschiedenen Erfahrungen miteinander schufen im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Bilder vom Christentum im Judentum.

Der Vortrag vermittelt Ihnen einen Einblick in diese komplexe Beziehungsgeschichte.