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Kurs / Vortrag
Ab 24.1.17: Das Reformationsjubiläum - aus interreligiöser Sicht. Jüdisches und muslimisches Echo auf die Reformation (25)

Leitung Stefan Schreiner

Daten Dienstag, 24., 31. Januar, 7. Februar

Zeit 19.30 - 21.00 Uhr

Ort Uni Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71

Kosten CHF 120.-

Anmeldeschluss 6. Januar

Der Kurs wird in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Zürich durchgeführt.

Der sogenannte Westen beschäftigt sich oft mit 'dem Islam' oder 'dem Judentum' und deren inneren Auseinandersetzungen. Umgekehrt ist der Blick oft wenig geschärft dafür, wie 'die anderen' das Christentum wahrnehmen. In diesem Kurs wollen wir an drei Abenden genau das tun und das Reformationsjubiläum einmal anders betrachten: Wie wurde das Ringen der Christen um Glaubensfundamente und Glaubensausübung von jüdischen und muslimischen Vertretern rezipiert?

Fokuspunkt: Interreligiöses Zusammenleben

Allerorts wird an den Beginn der Reformationszeit vor 500 Jahren erinnert. Wir wollen den Blick auf dieses historisch bedeutende Zeitalter aus interreligiöser Perspektive betrachten. Das Zeitalter der Reformation war nicht nur ein Zeitalter intensiver innerchristlicher Auseinandersetzungen, sondern gleichermassen intensiver christlich-jüdisch-muslimischer Begegnung wie Vergegnung. Es war geprägt von Versuchen wechselseitigen Verstehens wie erbitterter Polemik. Eine nicht unwichtige Rolle spielte dabei die Expansion des osmanischen Reiches, die bei vielen Christen Existenzangst auslöste. der bei vielen Christen Europas Existenzangst auslösenden Expansion des Osmanischen Reiches. Theodor Biblianders 1543 in Basel erstmals gedruckte und in den folgenden Jahren mehrfach nachgedruckte Koranausgabe steht ebenso dafür wie Martin Luthers antijüdische und antiislamische Schriften. Dabei hatten nach den Jahrhunderten theologisch begründeter Judenfeindschaft und ihrer Folgen insbesondere Juden grosse Hoffnungen in die reformatorischen Bestrebungen und deren Verfechter gesetzt, auch wenn sie am Ende enttäuscht werden sollten. Nicht weniger bemerkenswert ist das Interesse, das muslimische Reformer an Martin Luther und der Reformation seit dem 18. Jahrhundert hatten und bis in unsere Tage haben.

In diesem Kurs wollen wir gemeinsam mit gesellschaftspolitisch und historisch Interessierten, Studierenden und Fachpersonen aus dem interreligiösen Bereich das jüdische und muslimische Echo auf die innerchristlichen Auseinandersetzungen beleuchten und dadurch den Blick für die kontroversen Wahrnehmungen der Reformation in Christentum, Judentum und Islam schärfen.