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Tagung
21.11.16: «Unsere christlichen Werte» - Leere Worthülse, politischer Kampfbegriff oder universelle Basis für ein Leben in Vielfalt und Differenz? (26)

Leitung Samuel M. Behloul

Podium Daniel Bogner, Esther Straub, Abt Urban Federer, Gerhard Pfister

Datum Montag, 21. November

Zeit 19.00 - 20.30 Uhr

Ort Kulturpark, Pfingstweidstrasse 16, Mehrzwecksaal

neuer Preis​ CHF 25.-

Der Anlass wird in Zusammenarbeit mit dem Kulturpark durchgeführt.

Das Schlagwort 'Unsere christlichen Werte' fällt oft dort, wo es um die Beziehung mit Andersgläubigen geht, insbesondere im Rahmen der Migration. Häufig wird er herangezogen, um eine Abgrenzung zu schaffen, bisweilen auch, um Hilfsbereitschaft einzufordern. An diesem Diskussionsabend gehen Abt Urban Federer, Kirchenrätin Esther Straub, Moraltheologe Daniel Bogner und CVP-Präsident Gerhard Pfister unter der Leitung von Samuel M. Behloul dem ambivalenten Umgang der westeuropäischen Gesellschaften mit dem Themenkomplex Werte und Christentum nach.

Fokuspunkt: Interreligiöses Zusammenleben

Der gesellschaftliche Rekurs auf christliche Werte - in jüngster Zeit im Zusammenhang mit den Debatten über Migration, Pluralisierung und vor allem den Islam quer durch die politische, kirchliche und gesamtgesellschaftliche Landschaft zur Sprache gebracht - scheint in doppelter Hinsicht einen Widerspruch zu wecken.

Zum einen entfaltet dieser Rekurs seine besondere rhetorische Wirkmacht ausgerecht in einer Zeit, in der die Kenntnis über das Christentum in Westeuropa selbst gering scheint und Religion ins Private verlagert wird. Zum anderen ist es die Schwammigkeit des Schlagwortes, die es mit widersprüchlichen Inhalten füllen lässt: Von Liebe zu Migranten und Flüchtlingen über den Respekt gegenüber Andersdenkenden bis hin zum Gegenteil, der Ablehnung derselben.

Diesem doppelt gelagerten Widerspruch liegt jedoch die selbstverständliche Annahme zu Grunde, dass diese (christlichen) Werte universale, transkulturelle Qualität besitzen.

Der Diskussionsabend thematisiert den ambivalenten Umgang der westeuropäischen Gesellschaften mit dem Themenkomplex Werte und Christentum. Was soll man sich unter universellen (christlichen) Werten in Zeiten komplexer sozio-kultureller und gesellschafts-politischer Veränderungsprozesse vorstellen? Und ist der emotionale und polemische Rekurs bloss ein Symptom dafür, dass unser Glaube an die Universalität eigener Werte unter den sich ändernden gesellschaftlichen Bedingungen an seine Grenzen stösst?